Obwohl die Kälte auch Deutschland im Griff hat, leiden wir nicht unter einer Mangelversorgung an Strom, wie es vor einigen Monaten noch von Atom-Lobbyisten propagiert wurde. Ganz im Gegenteil: Deutschland exportiert derzeit sogar Strom in seine Nachbarländer, so unter anderem nach Frankreich. Dort hingegen werden die Menschen explizit zum Stromsparen aufgefordert. Hier in Deutschland bleiben die Strompreise – entgegen früherer Unkenrufe – nahezu stabil.
Trotz abgeschalteter Atommeiler bei dieser Kälte Strom exportieren – wie geht das?
In den letzten Jahren wurden immer mehr Windkraft- und Photovoltaikanlagen installiert. Da derzeit der Wind gerade im Norden ziemlich stark bläst, wird auch entsprechend Energie produziert. Im Süden des Landes scheint vielfach die Sonne, was sich in einer vermehrten Energieproduktion der Photovoltaikanlagen niederschlägt. Es ist also bislang zu keinen größeren Stromausfällen gekommen. Nachdem vor einigen Jahren im Münsterland reihenweise Masten für die Überlandübertragung von Stromkabeln umgeknickt sind, wurde auch in die Infrastruktur vermehrt investiert, was sich jetzt natürlich positiv auswirkt.
Laut Angaben der Bundesnetzagentur, die ihren Sitz in Bonn hat und für die Überwachung sämtlicher deutscher Stromnetze zuständig ist, besteht derzeit keinerlei Gefahr für einen Stromausfall. Problematisch würde es erst, wenn an einem Tag weder die Sonne scheint noch der Wind bläst und die Tageshöchsttemperaturen dann zudem im zweistelligen Minusbereich liegen. Dies hätte einen noch höheren Stromverbrauch zur Folge.
Nach einem Gutachten, welches die Bundestagsfraktion der Grünen in Auftrag gegeben hatte, blieb Deutschland trotz Abschaltung von acht Atommeilern Stromexporteur. Der Netto-Export betrug im Jahr 2011 circa 6.000 Gigawattstunden. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Produktionsleistung von sechs der acht stillgelegten Atommeiler durch andere Stromhersteller ausgeglichen wurde. Dazu gehören zu einem großen Teil die erneuerbaren Energien – bestehen aus Wind-, Sonnen- und Wasserenergie -, deren Anteil sich im aktuellen Strommix auf gut 20 Prozent erhöht hat.
Durch die derzeit bestehende Versorgungssicherheit ist auch nicht mit einem gravierenden Anstieg der Strompreise zu rechnen.

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